Die Telekom hat eine schöne PR Aktion gestartet

Die Telekom hat eine schöne PR-Aktion gestartet: Telekom will E-Mail an USA und Großbritannien vorbeileiten. Und wie dürfen wir uns das vorstellen?

Die Telekom schlägt vor, die Datenwege für E-Mails fest vorzugeben und dabei Rechner und Knotenpunkte in Großbritannien und den USA zu meiden. […] “Wenn Sender und Empfänger aber in Deutschland sind, wollen wir jetzt erreichen, dass der Internetverkehr auch in Deutschland bleibt.”

Ja, klar, das ist ja auch ganz einfach und simpel: E-Mail schreiben, ausdrucken und zum Empfänger bringen. Das wäre der sicherste Weg, wen gleich auch der ungünstigste. Aber so einfach, wie es von der Telekom dargestellt wird, ist es leider nicht. Denn das würde voraussetzen,

  • das der Empfänger und Schreiber Telekom-Kunde ist, weil
  • die Telekom einen eigenen Internet-Konten betreibt und
  • nicht auf DE-CIX angewiesen ist, über den die meisten ihren Traffic leiten.

Selbst wenn da einige Provider zum Telekom-Knoten wechseln würden, was sicherlich auch eine Preisfrage ist – Sicherheit kostet Geld – ist damit ein sicherer Mail-Verkehr noch längst nicht gewährleistet. Warum nicht? Weil die Telekom ihren “Bedarfsträger”, den BND, verschweigt, für den sie Daten ausleitet. Und dass der BND mit den US-Geheimdiensten kooperiert, ist bekannt. Die US-Geheimdienste wären also nach wie vor im Boot. Und was ist mit den übrigen Mail-Providern (Facebook, Google, M$ & Co lassen wir mal außen vor), denen die Telekom einfach zu teuer ist oder die kein Interesse haben? Deren Traffic läuft dann nach wie vor über DE-CIX, inkl. GCHQ und NSA.

Nein! Aus meiner Sicht wird hier wie auch bei dem schönen PR-Gag von Gmx, web.de, T-Online usw. bloß Sicherheit vorgetäuscht, eine Sicherheit, die vor allem der Telekom und dem BND nützen wird.

Wenn die Telekom einen sicheren Mail-Verkehr wollte, dann hätte sie doch wohl die Verschlüsselung vorm absenden gefordert.

Update: Fefe auch was zur PR-Aktion der Telekom geschrieben.

Update: Juhu, nur der BND liest mit!.