BND außer Kontrolle

Weil wir heute schon das Thema von unkontrollierten US-Geheimdiensten hatten, gibt es hier noch einmal einen kleinen Nachschlag, in dem es um den BND geht. Ihr wisst ja, dass der BND sich beim Netzwerkknoten DE-CIX eingenistet hat und dort abschnorchelt, was da so durch kommt. Das Thema hatten wir hier ja schon des Öfteren und auch der Spiegel hat darüber berichtet.

Nun hat sich die Sprecherin des DE-CIX zu den BND-Schnüffelvorwurf geäußert, ich zitiere das mal alles, was sie gesagt hat:

"Ich kann Ihnen dazu keine Aussage geben."

Sehr aufschlussreich!!! Ah, hier noch ein schönes Bespiel, wie das mit dem Abschnorcheln geht:

Die Internetprovider leiten dazu die Daten kompletter Leitungsbündel an den BND aus. […] Lediglich 20 Prozent des Datenverkehrs dürfen gefiltert werden. Doch welche 20 Prozent das sind, entscheidet der BND. Dazu ein fiktives aber vorstellbares Rechenbeispiel: Werden alle Daten von Videoplattformen und Filesharingdiensten weggeworfen und zum Beispiel nur E-Mails gefiltert, wären das weniger als 20 Prozent des Traffics – aber dann eben 100 Prozent aller E-Mails.

Und:

Grundsätzlich aber haben die Leitungsbündel von rein deutschen Betreibern mit ganz überwiegend deutschen Nutzern in einer solchen Überwachungsverfügung nach G-10-Gesetz nichts zu suchen. Warum sie trotzdem darauf stehen, will niemand sagen.

Und die Telekom will ein sicheres innerdeutsches E-Mail-Netzwerk aufbauen?! Hahahaha!!! Okay, wenn die Telekom ihre Server gleich beim BND hinstellt… 😆

Im Klartext heißt das: Der BND schnüffelt nicht nur am Netzwerkknoten DE-CIX rum, er lässt sich auch gleich den Traffic von allen deutschen Providern frei Haus liefern. Auch von der Telekom!

Update: Fefe hat auch was zur PR-Aktion der Telekom geschrieben.