Was soll jetzt die erneute Aufregung über angezapfte Glasfaserkabel?

Was soll jetzt die erneute Aufregung über angezapfte Glasfaserkabel bei Google, Yahoo, Microsoft & Co? Das ist doch seit Bekanntwerden der Schnüffelorgie von NSA und GCHQ bekannt!!! Es wurden sogar Folien veröffentlicht, die genau das zeigen.
Wenn der US-Geheimdienst Millionen US-Dollar an Google, Yahoo, Microsoft & Co zahlt, dann bestimmt nicht zur Verbesserung des Datenschutzes!! Warum sonst wohl bezeichne ich die vorgenannten Internetgiganten als Kooperationspartner der NSA? Wo lebt ihr eigentlich? Es muss doch jedem klar sein, dass beim Anzapfen eines Datenkabels alles abgeschnorchelt wird, was da so durchkommt. Eine Unterscheidung zwischen Amerikaner und "Ausländer" ist da nicht möglich, erst nach Auswertung kann darüber entscheiden werden.

Natürlich dementiert die NSA den Schnüffelvorwurf, sie hat ja auch keine andere Wahl! Und seit wann sagen Geheimdienste die Wahrheit? Das tun selbst unsere nicht! Auch die Internetkonzerne haben keine andere Wahl, als zu leugnen. Denn für sie steht viel auf dem Spiel. Der Wirtschaftsfaktor spielt hier eine große Rolle, wenn wir also was ändern wollen, dann geht das nur über deren Wirtschaftlichkeit! Meidet diese Konzerne, damit Reformen überhaupt eine Chance haben.

Wer seine Daten schützen will, muss sich selbst darum kümmern! Wer sich dabei auf andere verlässt, muss sich wirklich nicht darüber wundern, dass wir immer wieder über solche News stolpern.

7 thoughts on “Was soll jetzt die erneute Aufregung über angezapfte Glasfaserkabel?

  1. Ja, aber eigentlich muss das gesamte Internet, auch Festnetz und Mobil gemieden werden. Es wird ja fast alles über amerikanische Server geschickt, sogar die deutschen Telekomfimen tun dies 😀

    1. Jein! Man kann seine Daten einerseits durch verschlüsseln schützen und andererseits durch meiden der Schnüffel-Kooperationspartner deren Umsätze in den Keller fahren. Weniger Umsätze machen sich an der Börse schlecht, ebenso wirken sich Vertrauensverlust auf Börsenkurse aus. Darüber lässt sich wesentlich mehr erreichen, als über Demos, die keinen Geheimdienst kümmern.

      Wir könnten ihnen aber auch ganz einfach die Grundlage, auf der ihre Schnüffeltechnik passiert, kaputt machen, indem wir keine Metadaten mehr ins Netz werfen. Wir könnten Tor oder VPN nutzen oder auch ganze Webseiten verschlüsselt ausliefern. Ebenso spricht nichts dagegen, ein Subnetzwerk im Internet zu betreiben. Es gebe einige Möglichkeiten, Schnüffler auszubremsen. Aber: Wenn wir dies im großen Stil tun würden, kämen sie mit Gesetzen, die eben genau das verhindern.

      Das größte Problem aber sehe ich in unserer Bequemlichkeit und den Drang, immer mit der Mehrheit mitschwimmen zu wollen. Soziale Netzwerke sind nur deshalb so beliebt – auch bei den Geheimdiensten – weil alle glauben, sie würden ohne etwas verpassen. Aber was sie dann verpassen würden, kann dir auch keiner wirklich erklären. Wir setzen auf Software, die jeder einsetzt. Eingebaute Backdoors haben demzufolge eine entsprechend große Reichweite.

      Mehr als der Hälfte der Internet-Nutzer ist der Datenschutz völlig egal, weil sie glauben, sie hätten nichts zu verbergen. Das sagt eigentlich schon alles und erklärt auch, warum es hier in D kaum Widerstand gibt.

        1. Der ist zwar lang, dafür aber sehr informativ.
          Danke!

  2. PS: “Ich gehe davon aus, dass alle Deutschen vollständig abgehört werden”, sagt Professor Hartmut Pohl, Fachmann für IT-Sicherheit bei der Gesellschaft für Informatik. Zudem überwache längst nicht nur die NSA in großem Stil, sondern alle Staaten, die es sich finanziell leisten können.”
    http://www.dradio.de/dlf/sendungen/computer/2300340/ 😉

    1. Davon können wir alle ausgehen.
      Ich glaube aber, dass die US-Schnüffelei noch die harmlosere Variante ist. Viel schlimmer erscheint mir die der Briten oder der Israelis zu sein.

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