Geheimdienstbasis Zypern

Die SZ bringt heute ein paar nette Details über den Horchposten des britischen Geheimdienstes GCHQ auf Zypern, an dem sich auch die freundlichen NSA-Spione beteiligen. Die verkleiden sich dort als Terroristen Touristen um nicht aufzufallen:

Einige Spione kommen in gelben Shorts, andere mit Käppis, so wollen es die Vorschriften. Niemand soll Verdacht schöpfen, niemand soll erfahren, dass Amerikaner auf Zypern spionieren, noch dazu von einem britischen Stützpunkt aus. […]

Die britischen Späher haben einen wichtigen Helfer: das zyprische Staatsunternehmen Cyprus Telecommunications Authority (CYTA), das an vielen Unterseekabeln beteiligt ist. Das Telekom-Unternehmen ist vertraglich verpflichtet, mit den Briten zu kooperieren. Das bedeutet, dass das Staatsunternehmen – so wie viele Firmen in Großbritannien und den USA auch – verpflichtet ist, beim Spionieren zu helfen und den Datenhunger des britischen Geheimdienstes zu stillen.

"Mastering the internet", also das Beherrschen des Internets, ist das erklärte Ziel der Spione Ihrer Majestät. Jede Sekunde fangen die Späher Hunderte Gigabytes ab; Mails, Anrufe, Bankdaten. Auf Zypern sitzen dabei offenbar die Männer und Frauen für die schwierigen Fälle: jene nämlich, die auch Israel ausspionieren, ein Land, das gleichzeitig unter dem Codenamen "Ruffle" mit Amerikanern wie Briten kooperiert und mit ihnen Informationen austauscht. Jene Mitarbeiter, denen es angeblich gelungen ist, das als abhörsicher geltende Tor-Netzwerk zu infiltrieren, sitzen ebenfalls auf Zypern.

Tor-Netzwerk zu infiltrieren? Hahaha!!! Das hätten die wohl gerne! Das Tor-Netzwerk ist kein Netzwerk, dass man so einfach wie bei DE-CIX abgreifen kann, wie es z.B. der BND macht. Wenn überhaupt, dann haben die vielleicht ein paar Server infiltriert, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass die dort viel abfangen können. Schließlich können zwischen dem User und dem Exit-Node viele Server liegen und welchen Weg eine Verbindung nimmt, ist mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Es wurde übrigens schon oft versucht, das Tor-Netzwerk zu kriminalisieren. Warum wohl?