Ein Schengen-Netz nützt nur der Telekom

Über die Telekom mit ihrem geplanten Schengen-Netz, das nicht vor Überwachung schützt und nur der Telekom nützt – ein PR-Gag, habe ich schon geschrieben. Besonders nett war gestern die Obermann-Lüge vor 100 Zuhörern:

Obermann zeigte sich empört über die Enthüllungen der letzten Monate. "Das offenbare Ausmaß der staatlicher Überwachung – womöglich bis hin zur Industriespionage – sprengt die Grenzen dessen, was wir für möglich gehalten haben", erklärte der Telekom-Chef vor 100 Zuhörern aus Industrie und Behörden.

Dabei sollte gerade er den Mund nicht so voll nehmen, denn die Telekom und der BND arbeiten seit Jahren Hand in Hand:

Irgendwie muss man schon Mitleid mit Kunden der Deutschen Telekom haben. Ein Datenskandal folgt dem nächsten. Namen, Adressen und Handynummern gibt es im Internet zum Download und auf CD zu kaufen. Dass Telefonate von Betriebsräten, Aufsichtsräten und Mitarbeitern ausspioniert werden, versteht sich von selbst.

Warum soll es da den deutschen Geheimdiensten besser gehen? Am Donnerstag erschien ein internes Papier von T-Systems auf Wikileaks, das die IP-Adressen eines offensichtlich geheimen “Projektes” listet. Dass es sich dabei um die IP-Adressen des BND handelt, darf kaum bezweifelt werden. Traceroutes ergaben, dass die IP-Adressen nach München, Berlin, Flensburg, Freiburg und Braunschweig führten. An allen diesen Orten hat der BND Niederlassungen.

Nun merken auch die ersten Medien, dass die Telekom nur Kunden über den Tisch ziehen will. Datenschutz und Schutz vor Überwachung gibt es im Schengen-Raum genau so wenig wie es sie jetzt gibt:

Ein deutsches Internet aus Angst vor der NSA? Dumme Idee, sagen Experten. Denn es schützt nicht vor Überwachung und liefert die Nutzer der Telekom aus.

Der Telekom geht es hauptsächlich um ihre Monopol-Stellung, diese weiter zu festigen und Mitbewerber in die Knie zu zwingen. Aber dieser PR-Gag mit dem angeblichen Schutz vor Überwachung wird funktionieren. Leider! Dafür werden die Kunden gerne etwas mehr Geld ausgeben. Leider!

Fefe hat auch was dazu geschrieben.