Die Urheberrechtsneurose der Koalition

Ich finde es ja immer wieder sehr amüsant, wie sehr sie über das Urheberrecht die Verbreitung von Kreativität und Wissen zu verhindern versuchen. Nebenbei haben wir es hier sogar mit solchen Vollpfosten zu tun, die sich auch nicht davor scheuen, ihre Umsätze in den Keller zu fahren um sich nachher über irgendwelche Cybermordterroristen zu beschweren, die angeblich das Netz geplündert hätten.

In dieser Urheberrechtsneurosen-Folge geht es um das katastrophale Urheberrechtsbewusstsein der großen Koalition, die wieder einmal das “Bewusstsein" für “geistiges Eigentum” stärken will. Die lernen es aber auch nie!!! Schon die große Sache mit dem Leistungsschutzrecht ist sowas von in die Hose gegangen!!! Am Ende mussten sie bei Google betteln um in die Google-News aufgenommen zu werden! Hahaha!!! Und hohlerweise waren sie sogar dazu bereit, auf irgendwelche Ansprüche gegen Google zu verzichten! Wo ist denn jetzt euer super Leistungsschutzrecht? Ein paar Überschlaue haben es dann mit einem Paywall versucht und sind prompt baden gegangen!!!

Wenn ihr euer “Bewusstsein” für das Urheberrecht wirklich nicht erweitern wollt, dann werdet ihr schlichtweg alle baden gehen. So einfach ist das!!!

Aber bis es soweit ist, wollen sie noch sehr deutlich zeigen, dass sie absolut lernresident sind. Die Überwachung, Erschließung neuer Geldwellen und Reboot der Abmahnindustrie klingt dann so:

Die Kultur- und Medienexperten im Verhandlungsteam halten allgemein fest, dass das Urheberrecht ein "hohes Schutzniveau gewährleisten und effektiv durchsetzbar" sein müsse. Einschlägige rechtliche Instrumente müssten dabei aber "selbstverständlich verhältnismäßig sein". Sie bekennen sich zum System der "kollektiven Rechtewahrnehmung". Verwertungsgesellschaften sollen ihren "Verpflichtungen zur Transparenz und Erfüllung sozialer und kultureller Zwecke" jedoch besser als bisher nachkommen sowie sich an die Anforderungen der digitalen Welt anpassen können. Die Urheber sollen gerecht am Erlös beteiligt werden. Dazu soll die Aufsicht über entsprechende Institutionen wie die GEMA "stärken und effektiver ausgestalten".

Dann werden wohl auch bald Eltern für die Weihnachtslieder ihrer Sprösslinge in den Schulen zur Kasse gebeten werden! Übrigens: Wer heute ein Speichermedium wie USB-Stick, Festplatte oder DVD kauft, zahlt bereits eine Urheberrechtsabgabe ohne irgendeine Gegenleistung von der Contentmafia! Das ist doch wirklich ein super Geschäft mit dem Urheberrecht!!!

Und was mir hier noch fehlt – bin ehrlich gesagt auch etwas enttäuscht darüber, ist ein vorgeschriebener offenen Briefe der Contentmafia an die Kanzlerin, den natürlich alle reichen “Kunstschaffenden” unterschrieben haben, um das “Bewusstsein” für das “geistige Eigentum” auf den nächsten Level zu hieven und um dem ganzen noch etwas mehr Verzweiflung und Hilflosigkeit durch Dummheit mitzugeben.

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