Bei uns sind Atomkraftwerke sicher

Bei uns sind Atomkraftwerke sicher

In der heutigen Folge über “sichere Atomkraftwerke in Europa” geht es um die Atomanlage Tihange 1 in Belgien. Im “sicheren” AKW Tihange häufen sich nämlich sogenannte “Vorläuferereignisse”.

Dem WDR liegt nun ein Schreiben der Brüsseler Atomaufsicht vor, in dem erstmals Zahlen über Precursor-Ereignisse in belgischen Atomkraftwerken genannt werden. Demnach gab es hier zwischen 2013 und 2015 insgesamt 14 Precursor-Fälle – davon mehr als die Hälfte in dem Reaktor Tihange 1.

Laut Atomexperten ist die Häufung der Ereignisse ein Vorbote für Schäden im Reaktor und ein Indikator dafür, dass die Sicherheit der Anlage nicht gegeben ist. Falls ihr jetzt denkt, dass die so einen Schrottmailer bestimmt bald stilllegen, weil es ja um unsere Gesundheit geht – tja, unsere Gesundheit ist nicht so wichtig, wie der Umsatz eines Schrott-Atomkraftwerks.

Die Bundesregierung jedoch wiegelt ab. Atomsicherheit sei Angelegenheit der jeweiligen Regierungen, so das Umweltministerium gegenüber dem WDR. Im Übrigen seien Precursor nicht geeignet, um daraus “direkte Rückschlüsse auf das Sicherheitsniveau einer Anlage zu ziehen”.

Ach, echt?

In einem Bericht der EU-Kommission von 2009 heißt es: “Aus den Erfahrungen ergibt sich, dass schweren Unfällen in der Regel relativ harmlose Vorläuferereignisse vorausgehen, und dass eine signifikante Verschlechterung des Zustandes der Anlagen oder der Sicherheitskultur in der Regel aus frühen Anzeichen erkennbar ist.”

Das trifft bei unseren per Definition als “sicher” eingestuften Schrott-Atomkraftwerken natürlich nicht zu. Und wenn so ein Schrott-Dingens mal auseinander fällt, haftet ohnehin der Steuerzahler für alle Schäden. Wozu also handeln?
(Image: Pixabay, CC0)

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