Rente mit 70, 80 oder doch 90?

Rente mit 70, 80 oder doch 90?

Wer erst mit 70 in den Ruhestand gehen will, wird seinen Lebensabend finanziell nicht bestreiten können. Das ergab eine neue Prognose:

Selbst wer freiwillig bis 70 arbeitet und damit drei Jahre länger als vom Gesetzgeber vorgesehen in die Rentenkasse einzahlt, steht vor einer Wohlstandslücke. Das offenbart eine Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag der Investmentgesellschaft Fidelity, die WELT exklusiv vorliegt.
Danach kann niemand darauf vertrauen, allein durch längeres Arbeiten den Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten: weder die Friseurin, der Facharbeiter, die Versicherungskauffrau noch der Ingenieur.

Wer hätte denn auch damit rechnen können, dass durch Reallohnverfall, Zeitarbeit, Teilzeit und Minijobs kaum noch Geld in die Rentenkasse fließt? Oh, und guckt euch mal die Fallbeispiele an:

Ein 1975 geborener Ingenieur mit einem Bruttojahresentgelt von rund 57.000 Euro steht bei einem regulären Renteneintritt von 67 Jahren vor einer monatlichen Lücke von fast 1300 Euro.

Als nächstes bringt “Welt” einen leitenden Angestellten mit 78.000 Euro Jahresbrotto! Wie gut, dass wir alle mehr Jahresgehalt haben, als so ein Ingenieur.

Was uns hier interessiert Herr Zschäpitz, sind nicht die Versorgungslücken der leitenden Angestellten, die sich eine gute Absicherung leisten können, sondern die Mehrheit der Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor, die sich keine Zusatzversicherung leisten können. Wer wird deren Renten finanzieren, wenn sie nicht bis 100 arbeiten können?

Bild: Pixabay

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